Erziehung

Tierarztbesuch

Beim Tierarzt: Das vergessene Erziehungsthema

14.09.2016

Von Ralph Rückert, Tierarzt
Bei einer Umfrage unter Tierärzten bezüglich der nervigsten Verhaltensweisen von Kunden war erwartungsgemäß eine bestimmte Sache unter den Top Drei: Hund kommt auf den Behandlungstisch, Tierarzt fängt mit der Untersuchung an, Hund schnappt oder beißt, Besitzer sagt (manchmal gar grinsend): „Oh ja, sorry, hätte ich vielleicht erwähnen sollen, dass er das gern mal macht.“
Allzu häufig kommt das dankenswerterweise nicht vor, aber erlebt haben wir es alle schon. In solchen Fällen kann man eigentlich nur noch den Kopf schütteln und sich fragen, ob der betreffende Kunde noch alle Birnen im Kronleuchter hat. Man würde ja schon meinen, dass jedem klar sein müsste, was es für einen Tierarzt bedeuten kann, wenn er durch einen Biss ernsthaft verletzt wird, zum Beispiel an der Hand, oder? Da geht es manchmal (und ich kenne solche Fälle!) um zeitweise oder dauerhafte Berufsunfähigkeit und damit um Schadenssummen im Millionenbereich. Also bitte: Wenn man als Besitzer schon weiß, dass der eigene Hund dazu neigt, den Tierarzt oder sein Personal zu schreddern, dann ist es ein absolutes No-Go, dies nicht vorab klarzustellen.

Bild zur Neuigkeit

Was das eigentliche Thema des Artikels angeht, müssen wir aber gar nicht bis zu solch extremen Beispielen gehen. Erziehung ist in der Hundewelt ein Dauerbrenner. Nichts wird auf allen Kommunikationskanälen so häufig, so intensiv und so kontrovers diskutiert wie die vielen verschiedenen Erziehungs- und Trainingsmethoden. Man schreibt sich die Finger wund und die Köpfe heiß über gewaltfreies Training, über positive und negative Verstärkung, über das Meistern aller denkbaren und undenkbaren Situationen. Nur eines wird eigentlich immer vergessen: Wie bringe ich dem Hund bei, sich beim Tierarzt so zu benehmen, dass eine reibungslose und gründliche Untersuchung ohne großes Theater machbar ist!
Ich stelle hier mal die Behauptung auf, dass sich das genau umgekehrt proportional verhält: Je mehr die Theorie der Hundeerziehung in den letzten zehn, fünfzehn Jahren zum Top-Thema geworden ist, desto mehr Hunde werden mir vorgestellt, die mir als Tierarzt irgendwelche Probleme machen und die oft nicht mal ansatzweise gelernt haben, wie sie sich in einer Tierarztpraxis zu verhalten haben. Wir sehen da wirklich alles von extrem zeitraubendem passiven Widerstand bis hin zu massiver Abwehraggression.
Im Prinzip ist das ja auch nicht weiter verwunderlich. Wie schon angedeutet, scheint dieser Punkt irgendwie völlig vergessen oder gar ignoriert zu werden, und zwar sowohl von den Hundehaltern als auch von den Erziehungsprofis in den Hundeschulen. Eigentlich (eigentlich!) würde man bei der heutzutage üblichen Intensität der Erziehungsbemühungen als Tierarzt erwarten, dass man immer wieder mal von lokalen Hundeschulen darauf angesprochen würde, ob ein Welpen- oder Junghundetraining in den Praxisräumen denk- und organisierbar wäre. Ist mir (oder anderen mir bekannten Kolleginnen und Kollegen) aber noch nie untergekommen.
Ab und zu kommen Besitzer von selbst auf die sehr sinnvolle Idee, mich zu fragen, ob sie immer mal wieder mit ihrem Hund vorbei schauen könnten, damit sich das Tier an diese Situation, an die Räumlichkeiten und an uns gewöhnen kann. Aber wirklich nur ab und zu. Meist geht diese Anregung von uns aus, und selbst das wird dann eher selten umgesetzt. Dabei haben wir schon des öfteren erleben können, wie sehr sich eine ausgewachsene Tierarzt-Phobie durch konsequentes Üben lindern lässt.
Also bitte: Für unsere Kunden gilt auf jeden Fall, dass ihnen unser Wartezimmer immer offen steht. Kommen Sie vorbei, sagen Sie am Empfang Bescheid, dass kein akutes Problem vorliegt und Sie uns nur besuchen wollen, nehmen Sie Platz, lassen Sie sich einen Kaffee oder ein Wasser servieren, verfolgen Sie das Geschehen oder lesen Sie eine Zeitung, alles gar kein Problem. Und wenn es organisatorisch gerade möglich ist, können Sie mit Ihrem Hund auch mal in ein Sprechzimmer, ohne dass ihm dabei etwas Unangenehmes passiert. Darum geht es nämlich meist: Der Hund muss lernen, dass ein Tierarztbesuch nicht zwangsläufig jedes Mal mit Zwang und Schmerzen verbunden ist, sondern auch mal höchst unterhaltsam und leckerchenlastig ablaufen kann.
Die in einen optimal für Tierarztbesuche erzogenen Hund investierte Mühe zahlt sich in mehrfacher Hinsicht aus. Zum einen kann so ein Tier sehr effektiv, gründlich und mit höheren Erfolgsaussichten auf eine korrekte Diagnose untersucht werden. Sie können ja mal selber zu schätzen versuchen, wie viel Konzentration ich noch für eine präzise Diagnostik übrig habe, wenn ich ständig aufpassen muss, dass das Ganze nicht plötzlich in Blut und Tränen endet. Oder wie genau man als Tierarzt einen Hund zum Beispiel auf Gebissprobleme untersuchen kann, der grundsätzlich einen Maulkorb braucht. Auch werden bei einem gut erzogenen Hund wahrscheinlich im Laufe des Lebens deutlich weniger Sedierungen und Narkosen fällig, und das bringt uns gleich zum finanziellen Aspekt: Ein gutes Tierarzt-Training spart bares Geld!
Unsere Gebührenordnung sieht sehr wohl vor, dass eine durch Widerstand des Tieres (sei er nun passiv oder aktiv) zeitlich in die Länge gezogene Untersuchung oder sonstige Maßnahme in die Berechnung der Behandlungsgebühren einfließen darf. Ich denke, wir sind dafür bekannt, dass wir sehr bemüht sind, auch auf schwierige Hunde mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen einzugehen. Wir haben es auch bei so einigen Hunden, die andernorts nur mit Maulkorb behandelt wurden, geschafft, auf diesen wieder zu verzichten. Wir dürfen uns aber nichts vormachen: Das alles kostet Zeit, und Zeit ist mein knappstes Gut. Also bin ich gezwungen, immer irgendwie die Uhr im Auge zu behalten und meine Zeit auch in Rechnung zu bringen. Ein Hund, bei dem alles reibungslos und geschmeidig abläuft, kommt also allemal billiger weg, und das kann sich über ein Hundeleben gerechnet massiv auswirken. Da sind ein paar Stunden Einzeltraining mit dem Hundetrainer in der Praxis der Wahl in der Regel gut angelegtes Geld.
Zu guter Letzt salbt ein Hund, der sich beim Tierarzt diszipliniert und kooperativ verhält, auch das Selbstwertgefühl des Besitzers. Es hat natürlich schon etwas grenzwertig Absurdes, wenn man in jeder Diskussion um Listenhunde den Spruch loslässt, dass grundsätzlich „das obere Ende der Leine“ für jegliches Fehlverhalten des Hundes verantwortlich wäre, sich aber gleichzeitig NICHT an die eigene Nase fasst, wenn der Hund sich beim Tierarzt aufführt wie ein Berserker.
Fazit: Gutes Benehmen beim Tierarzt ist grundsätzlich eine Erziehungssache. Bei einem Hund, den man von Welpenbeinen an hat, sollte das eine Selbstverständlichkeit sein. Bei vorbelasteten Tieren aus dem Tierschutz muss oft ungleich mehr Mühe investiert werden. Wir sind grundsätzlich gerne bereit, Sie bei Ihren diesbezüglichen Bemühungen zu unterstützen. Wir können Sie aber nicht wie den unwilligen Jagdhund zum Jagen tragen. Ein gewisses Maß an eigenem Engagement sollte also schon vorhanden sein.
Wenn Sie dann aber mal in der Praxis sind, ist es so oder so zu spät für irgendwelche Erziehungsmaßnahmen. Dann sollten Sie sich auf keinen Fall verkrampfen, weil der Hund sich nicht vorbildlich benimmt, und uns einfach mal machen lassen. Wir sind Profis und kommen mit so gut wie allem irgendwie klar. In diesen Situationen gilt mein früherer Artikel „Entspannen Sie sich! Bitte!„.
Bleiben Sie uns gewogen, bis bald, Ihr
Ralph Rückert
 
© Kleintierpraxis Ralph Rückert, Römerstraße 71, 89077 Ulm
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20. Oktober 2017 / by / in
Die beste Hundeerziehung

MäxiiiEs ist erstaunlich wie dumm doch viele Hundehalter sind und sich auf sogenannte Hundetrainer einlassen, denen ihren geliebten Vierbeiner anvertrauen oder bedingungslos darauf hören was ihnen über ihren Hund erzählt wird.

Ich selber habe seit meinem 12 Lebensjahr Schäferhunde, war früher im Hundeverein sehr aktiv und erzielte mit meiner Callas viele Preise.

Ich bemerkte aber desto älter ich wurde, daß der Umgang mit Hunden auf den sogenannten Hundeplätzen absolut nicht mein “ Ding“ war.

Ich beschloß daher diesen “ Hundesport“ nicht weiter auszuüben sonder meine Hunde einfach als Familienmitglieder zu behandeln.

Natürlich nicht unerzogen, denn drei große ausgewachsenen Hunde in Schäferhundgröße ohne Grundgehorsam zu führen ist mehr als für die Umwelt bedenklich und für den Hundehalter selber einfach sehr kräftetzehrend.

Angefangen habe ich damit mit meinen Hunden zu sprechen, viel zu sprechen und zu erklären, ihnen viel zu zeigen, sie stets bei mir zu haben und sie wie ich es auch früher schon tat zu lieben, ihre Eigenarten zu akzeptieren und ihnen Zeit zu lassen erwachsen zu werden.

Ich habe meine Hunde stets mit bestem Futter, den gemütlichsten Hundekörbchen und den liebevollsten Streicheleinheiten verwöhnt. Sie geliebt und geachtet und versucht sie glücklich zu machen.

Was ich zurück bekam war wunderschön…………………innige Verbundenheit und bedingungslose Liebe.

Nun ist eine Zeit angebrochen in der immer mehr dieser sogenannten Hundetrainer aus dem Boden sprießen, mit den merkwürdigsten Erziehungsmethoden oder stets neuartigen Tricks die Hundehalter zu ködern. Was mir aber immer mehr auffällt ist, überall unerzogene Hunde, überforderte Hundehalter die absolut nichts über das Verhalten ihres Hundes wissen, die aber stets meinen bestens aufgeklärt zu sein.

Oder aber auf der anderen Seite die funktionierenden Hunde, die emotionslos neben Frauchen/Herrchen her laufen.

Nun frag ich einfach mal in die Runde: Wäre es nicht schön einen entspannten Mittelweg zu finden im Umgang miteinander.

Einen Hund bei sich zu haben den man kennt, weiß wie er tickt und ihn in wichtigen Situationen beherrscht ohne das Gefahren von Hund und Halter ausgehen, und der Hund dabei Hund sein darf, und glücklich ist.

Ich bin der Meinung das es in dieser Hinsicht noch viel zu klären ist, Hundeschulen unter die Lupe genommen werden müssen und sogenannte Trainer auszufiltern.

Mein Kind gebe ich auch nicht in die Hände von Deletanten wenn ich es in die Schule schicke sondern verlange dort Fachkräfte.

Für die Zukunft wünsche ich daher allen Hunden die richtige Auswahl des Herrchens/ Frauchens  ihrer Hundeschule.

Es ist schlimm wenn ich Frauen mit  Hunden auf der Flucht sehe sobald sich ein anderer Artgenosse nähert, es ist schlimm wenn mich eine Hundehalterin anspricht weil mein Hund im Sitz bleiben muß während ich sie und ihren Hund vorbei lasse, weil ich sehe das es so entspannter geht und dann höre: Wenn Sie ihren Hund nicht halten können kneifen sie ihm ordentlich in die Flanken, das hab ich in der Hundeschule gelernt.

Ich dann mit Hund entspannt und lächelnd weiter wandere mit einem freudigen erwartungsvollen Hund, während ihr Hund sich nach der Begegnung unverhofft kläffend nach uns umdreht und die Frau fast auf die Nase fällt. Dann wütend hinter mir her schnauft ich hätte noch länger stehen bleiben müssen, damit sie es leichter hat.

Ja ja und dann die, die ihre Hunde nicht anleinen und von weitem schon rufen: Der tut nix!!!!!

 

Nö???????????????????? Meiner aber!!!! Und was jetzt??

Entweder total  abgehetzte Hundehalter die mit hochrotem Kopf versuchen ihre nix tuenden Hunde wieder einzufangen oder aber die coolen:

Das machen die schon unter sich aus!!

Nein das machen die nicht! Weil ich das nicht möchte!!!!!

Man dann bin ich aber unfreundlich oder sogar tatkräftig eingreifend, denn meine Hunde prügeln sich nicht wenn ich das verhindern kann.

Ich stehe auch nicht auf dem Spielplatz und sehe zu wie zwei Jungs sich ins Gesicht schlagen oder sich Mädchen die Augen auskratzen, ich gehe dazwischen oder lasse es gar nicht erst zu!

In diesem Sinne eine entspannte Woche………………………………

13. Oktober 2015 / by / in
Cesar Millan der Tierquäler der sich Hundeflüsterer nennt

DIE LUST AN DER DOMINANZ: CESAR MILLAN

MillanBis vor kurzem habe ich mich für Cesar Millan überhaupt nicht interessiert. Doch da er nun auch nach Österreich kam bzw. kommt, blieb mir eine Auseinandersetzung mit seinen Thesen nicht erspart. Mir sind immer wieder Menschen begegnet, die im Brustton der Überzeugung davon sprachen, dass man Hunde dominieren müsse. Ich dachte mir bisher, das sind einfach Personen, die im täglichen Leben keine Macht haben und ihre Lust zu dominieren an ihren Hunden auslassen. Nach Cesar Millans Auftritten in Wien fühle ich mich in dieser Einschätzung bestätigt.

In seinem Buch „Du bist der Rudelführer“ erklärt er ab Seite 348, wie man „richtig“ spazieren geht. Zunächst einmal: immer und überall mit Leine, und zwar hat man sein tolles Würgehalsband, eines mit Stacheln oder das bewährte alte mit Elektroschockfunktion zur Auswahl. Bei ersterem, einer eigenen Millan-Erfindung, wird der Kopf durch mehrere Schnallen straff gehalten – laut Millan wirke der Hund dadurch stolz – und hinter dem Ohr befindet sich ein dünner Würgestrick, der an dieser Stelle, laut Millan, besonders schmerzhaft ist und sich deshalb zur Disziplinierung des Hundes sehr gut eigne. Ja, und dann müsse der Hund ständig bei Fuß gehen und dürfe nirgends schnüffeln, zumindest ¾ des gesamten Spaziergangs. Wenn er sich brav unterwürfig verhält, dann kann man ihn zur Belohnung „sein Geschäft“ verrichten lassen. Ansonsten habe sich der Hund immer hinter seinem Herrscher aufzuhalten und muss, wenn er sich unter 1,2 m annähert, am Boden kriechen und seinen Schwanz zwischen die Beine einziehen. Dazu hat Millan bei der Show in der Stadthalle eine eigene Broschüre mit aufschlussreichen Bildern verkauft.

In seinem Buch erklärt Millan dann das eigentliche Motiv für dieses absurd tierfeindliche Verhalten: es bereite ihm einfach Lust. Es sei so ein wunderbares Hochgefühl, einen Hund zu kontrollieren und ihm befehlen zu können bei Fuß zu bleiben und das und jenes zu tun. Wie toll, wenn der Hund vor Angst am Boden kriecht, wenn er sich nähert. Also doch die Lust zu dominieren. Ich bin das geborene Alphatier, der Rudelführer, the leader of the pack, Millans Leitspruch.

Ich lese diese Darstellungen und werde wirklich wütend. Es ist erschütternd, dass Hunde Perverslingen dieser Art ohne jeden Schutz ausgesetzt werden. Was müssen diese Tiere mitmachen! Ich lese gerade die Biographie von Amon Göth und sehe erschreckende Parallelen. Hier wie dort ein Mensch, der über andere Wesen unumschränkte Macht erhält und dem die dabei erlebte Lust mit ihm durchgeht.

Der Hund sei, so Millan, das einzige Wesen der Welt, dessen Lebensziel es ist, seine Herren glücklich zu machen. Aber halt, war das nicht in den Augen der SklavenhalterInnen auch das einzige Lebensziel der afrikanischen SklavInnen in den Südstaaten der USA? Hunde bräuchten eine starke Hand, wie man das noch vor 40 Jahren in der Kindererziehung behauptet hat. In meiner Volksschule wurden die Schüler (nur männlich) mit dem Rohrstock geschlagen, damit etwas aus ihnen wird und sie Grenzen kennenlernen. Wenn man seine Kinder wirklich liebt, wurde gesäuselt, dann muss man sie zu ihrem Besten züchtigen. Millan schreibt davon, wie wichtig für ihn als Kind die Disziplinierung durch seinen Großvater war. Und dasselbe gelte für Hunde: wer sie liebt, der würgt und elektroschockt sie, natürlich nur zu ihrem Besten.

Erschreckend, wie viele Menschen auf so einen Unsinn hereinfallen. Düringer meint z.B., dass Millan schon recht habe, es gäbe viel zu viele aufmüpfige Hunde, die ihn offenbar stören. Dabei werden Hunde erst durch eine solche Behandlung unberechenbar, wie sich gerade wieder im Burgenland bei einem Jäger gezeigt hat, der offensichtlich seinen Jagdhund mit Dominanz erzog und der jetzt von ihm gebissen wurde und den er dann von der Polizei erschießen ließ (http://burgenland.orf.at/news/stories/2668728/). Der Kurier berichtet, dass ein WEGA-Chef und ein Polizeihundekommandant von Millans Methoden schwärmen! Hat nicht kürzlich wieder einmal ein Polizeihund das Kind seines Führers zu Hause „überraschend“ totgebissen?

Was genau soll so ein Umgang mit Hunden bringen? Der Hund wird unberechenbar und bissig, auch wenn er zeitweise vor Angst erstarrt und ungefährlich und folgsam wirkt. Vom Standpunkt des Hundes ist das Ganze eine völlige Katastrophe, ihm werden Persönlichkeit und Seele gebrochen, er kann sich nicht entfalten und seine Freiheit erleben. Bleibt nur die Lust an der Dominanz. Der einzige Grund, so etwas zu tun, und einem Herrn Millan nachzueifern. Doch für einen selbst, sowie für die ganze Gesellschaft von Menschen, Hunden und anderen Tieren, wäre in diesem Fall eine Psychotherapie die bessere Option.

Das heißt natürlich nicht, dass man einem Hund nicht sagen kann, dieses oder jenes ist störend oder er solle es nicht mehr tun. Natürlich kann man das. Wie in der Beziehung unter Menschen. Auch da kann ich meinem Ärger Ausdruck verleihen, oder darum bitten, das oder jenes zu unterlassen. Hunde wie Menschen sind Rudeltiere, d.h. sie wollen in einer engen Gemeinschaft leben und sich den sozialen Regeln anpassen. Aber Hunde wie Menschen wollen sich deshalb nicht unterwerfen, sondern die Regeln mitgestalten und in beidseitige, faire soziale Beziehungen treten, die allen Beteiligten ihre Freiräume lassen und ermöglichen, dass man die eigene Persönlichkeit entfaltet. Das sollte die Grundlage des Zusammenlebens mit Hunden sein.

22. September 2015 / by / in
Das Ding mit der Bindung/ Hund- Mensch Beziehung

Hier im Haushalt hat es niemals Probleme mit der Bindung zum Hund oder der Bindung von Hund zum Menschen gegeben.

Warum?

OLYMPUS DIGITAL CAMERAGanz einfach hier werden Hunde geliebt und diese geben die Liebe zurück, somit entsteht eine Bindung die niemals durch etwas zu ersetzen ist.

Die Erziehung ist nur ein Feinschliff und kann in bestimmten Situationen hilfreich sein, aber die Bindung zueinander ist das A und O im Zusammenleben zwischen Mensch und Hund.

Fehlt die Bindung wird auch die Erziehung scheitern.

29. August 2015 / by / in